Wie zukunftsfähig ist der Bundeshaushalt?
Shownotes
Zukunftsinvestitionen werden aktuell eher über befristete Sondervermögen anstatt über den Kernhaushalt getätigt. Damit besteht ein hohes Risiko, dass elementar wichtige Bereiche wie Klimaschutz und Bildung nicht langfristig sicher mit den nötigen Geldern versorgt werden können. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Zukunftsquote für den Haushalt 2025, die das ZEW Mannheim gemeinsam mit dem WWF berechnet hat. In der neuen Folge des ZEW-Podcasts „Wirklich Wirtschaft“ sprechen die Studienautoren Prof. Dr. Friedrich Heinemann (ZEW Mannheim) und Viviane Raddatz (Klima-Allianz Deutschland/WWF Deutschland) über den Anteil des Bundeshaushalts, der in Zukunftsausgaben fließt, sowie über den Einfluss der Sondervermögen darauf.
Link zur Studie: https://www.zew.de/fileadmin/ZEW-TTT-Daten/Pressemeldungen/2026/Grafiken/03_Maerz/260311_WWF_Zukunftsquote_Studie_Final_Web_sr.pdf
Link zur Pressemitteilung: https://www.zew.de/PM10388
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00:00:08: ZEV Wirklich Wirtschaft Background Ein Podcast des Leibnizzentrums für europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim.
00:00:22: Mehr als hundert, fünfundzwanzig Milliarden Euro und damit über zweiundzwantig Prozent des Bundeshaushalts flossen zweitausendfünfundzwanzig in Zukunftsausgaben wie Bildung, Infrastruktur Klima- und Naturschutz sowie technisches Wissen.
00:00:37: die sogenannte Zukunftskwote erreicht damit einen neuen Höchststand.
00:00:41: Doch der genaue Blick zeigt, der Anstieg geht ausschließlich auf Sondervermögen zurück.
00:00:46: Insbesondere auf das Sonder- vermögen Infrastruktur und Klimaneutralität.
00:00:50: Im regulären Kernhaushalt sind die Zukunftsausgaben dagegen bereits das zweite Jahr in Folge gesunken Und von den neu aufgenommenen Krediten fließt lediglich knapp ein Drittel in zukunftsorientierte Ausgaben.
00:01:03: Wie nachhaltig ist die aktuelle Ausgabe Politik des Bundes also wirklich?
00:01:07: Was misst die Zukunftsquote, was die klassische Investitionsquote nicht erfasst?
00:01:11: Und wie lassen sich Zukunftsinvestitionen dauerhaft finanzieren, wenn die Sondervermögen eines Tages auslaufen.
00:01:18: Darüber spreche ich heute mit Prof.
00:01:20: Dr.
00:01:20: Friedrich Heinemann, Leiter des ZDW Forschungsbereichs Unternehmensbesteuerung und öffentliche Finanzwirtschaft – und Viviane Raddatz!
00:01:28: Eigentlich ist sie beim WWF Deutschland die Bereichsleiterin Klima- und Energiepolitik.
00:01:33: Diese Rolle lässt sie aber als Interim-Geschäftsführerin der Klima Allianz Deutschland aktuell ruhen.
00:01:38: Sie ist uns heute digital zugeschaltet!
00:01:40: Mein Name ist Fabian Oppel, herzlich willkommen zum ZDW Podcast Wirklich Wirtschaft.
00:01:45: Hallo Frau Radatz, hallo Friedrich.
00:01:46: schön dass ihr beide heute im Podcast zu Gast seid.
00:01:48: Ja hallo Fabian.
00:01:49: Hallo
00:01:50: ich freue mich sehr.
00:01:51: Fangen wir mal an Friedrich mit dir.
00:01:52: Die Zukunftskurte des Bundeshaushalts twentyfünfundzwanzig liegt bei zwunschzwanzichkommart drei Prozent und damit so hoch wie noch nie seit Beginn der Berechnungen.
00:02:01: Ist das nicht zunächst eine gute Nachricht?
00:02:03: Ja, das ist schon eine gute Nachricht und ich finde auch dass man die nicht unter Entdeppich kehren sollte.
00:02:07: Also die Bundesregierung hat teilweise Wort gehalten, die Zukunftsausgaben sind höher als wir das hier gemessen haben seit im Jahr zwei Tausend Achtzehn.
00:02:16: aber ich betone dann auch nur das Teilweisen muss Wasser in Wein gießen denn Die Entwicklung wird ganz durch die Sondervermögen dominiert.
00:02:25: Wir haben im Kernhaushalt sogar einen Rückgang der Zukunft Ausgaben, also das Bild ist gespalten.
00:02:30: insgesamt sieht zwar gut aus aber das könnte ein Strohfeuer sein wenn sich das in den nächsten Jahren so bestätigt.
00:02:37: Verstehe dann vielleicht noch kurz zum Hintergrund worin unterscheidet sich denn die Zukunftsquote von der klassischen Investitionsquote die vor allem Ausgabe für Sachkapital berücksichtigt?
00:02:46: Wir haben uns damals auf den Weg gemacht, weil wir die Investitionsquote zwar für solide halten aber irgendwie auch nicht für ausreichend um wirklich Zukunft zu messen.
00:02:55: Denn die Investionsquote fragt am Ende des Tages wird Sachkapital, also Beton zum Beispiel gebildet?
00:03:01: Ja oder nein.
00:03:02: Für die Zukunft sind aber andere Dinge entscheidend.
00:03:04: Ich nenne mal Gehälter von Lehrern Forschung und Entwicklung.
00:03:08: oder nehmen sie ein Programm was nachhaltiges Verhalten fördert.
00:03:11: das sind alles Dinge die für die Zukunft relevant sind aber die erstmal nichts mit Sachkapitale Bildung zu tun haben Und die werden eine Investitionsquote nicht abgedeckt.
00:03:20: Die Zukunftskote leistet genau das.
00:03:22: Okay, dann Frau Radatz.
00:03:25: Warum engagiert sich denn der WWF als Organisation für die Zukunftsquote?
00:03:28: Also welches Interesse haben Sie denn an diesem Indikator mit Hinsicht auf Politik und Gesellschaft?
00:03:33: Wenn wir auch politische Entscheidungen gucken – und darauf gucken wir ja!
00:03:35: Wir gucken ja auch politisch Entscheidungen aus dem WPF-Sicht für den Klimaschutz, für den Naturschutz oder den Umweltschutz.
00:03:40: Dann gucken wir natürlich auch darauf... Wie viel Geld liegt eigentlich dahinter?
00:03:44: Denn jeder dieser politischen Entscheidungen ist natürlich letztendlich nur so gut, wie die im Haushalt dann auch abgebildet ist.
00:03:51: Und deshalb ist der Bundeshaushalt aber natürlich auch die Landeshaushalte
00:03:54: etc.,
00:03:54: ein sehr starker Hebel für... die Ausrichtung der zukünftigen Politik im Klimaschutz, dem Naturschutz und so weiter.
00:04:03: Und für uns ist die Frage natürlich nicht nur wie viel Geld wird da ausgegeben sondern auch genau wofür?
00:04:07: Und deshalb ist es für uns ein ganz wesentlicher Punkt darauf näher zu gucken.
00:04:12: und dann gucken wir eben ja genau bei unseren Kernthemen auf die Frage Wie viel investieren wir eigentlich in die Dinge, die unsere Zukunft ausmachen.
00:04:23: Die unsere Lebensqualität in zehn, zwanzig, dreißig Jahren tragen.
00:04:26: Also natürlich Klima- und Naturschutz-, aber eben auch Bildung, Innovationen, nachhaltige Infrastrukturen etc.
00:04:32: Und da muss man schon ein bisschen genauer hingucken und deshalb ist es für uns sehr interessant.
00:04:36: Politischschaft und Zukunftskurte natürlich für uns auch eine Transparenz.
00:04:40: Auch ganz jenseits von parteipolitischen Debatten.
00:04:43: Sie hilft natürlich auch so Haushaltsentscheidungen Aus dem Blick zukünftiger Generationen letztendlich zu bewerten.
00:04:51: Und deswegen sehen wir es als eine Art Kompass, was in diesem unglaublichen Dickich des Haushalts-Jungles und uns dazu orientieren.
00:05:00: Die Zukunftsausgaben haben sich seit Jahrzehntausendundachzehn nominal fast verdoppelt und liegen inzwischen bei gut einhundertfünfundzwanzig Milliarden Euro.
00:05:09: Warum fällt denn die Bewertung trotzdem ambivalent bzw kritisch aus?
00:05:13: Herr Heinemann hat es ja eingangs schon gesagt.
00:05:15: Die Schlagzeile klingt natürlich erst mal gut und die ist natürlich auch gut für den Moment, es gibt einen Hübsch dann bei den Zukunftsausgaben und wir haben zweit über zwanzig Prozent sozusagen Zukunftsquote.
00:05:27: aber es ist entscheidend dieser zweite Blick und das wurde auch schon gesagt da ist der entsprechendes Wasser in den Wein zu gießen.
00:05:35: diese Anstieg der kommt aus dem Sondervermögen und zwar nicht aus einer strukturellen Ausrichtung des Haushalts.
00:05:41: Und letztlich ist ja unser Blick auf den Haushalt, wie der strukturell ausgerichtet ist und nicht auf sozusagen Sondervermögenseffekte, die sozusagen temporär dazukommen.
00:05:54: Das haben wir eben auch gesehen.
00:05:55: im Kernhaushalt sinken die Zukunftsausgaben.
00:05:57: Jetzt haben wir das zweite Jahr in Folge bereits und das heißt schon eigentlich orientiert sich eher mehr am Status Pro als an der Zukunft.
00:06:08: Und diese gestiegene Kreditaufnahme, die wir gesehen haben, liegt natürlich dann auch nicht im Verhältnis zu den Zukunftsinvestitionen.
00:06:14: und da ist unsere zentrale Sorge schon was passiert denn eigentlich wenn diese befristeten Sommervermögen auslaufen?
00:06:20: Friedrich daran anknüpfend!
00:06:22: Ist hier eine Verlagerung zu beobachten?
00:06:24: also werden Ausgaben aus dem Kernhaushalt in sonder Vermögen verschoben um damit die Gegenwartinteressen stärker zu bedienen?
00:06:30: Ja, zum Teil.
00:06:30: Also wie Frau Radatz das ja auch ausgeführt hat die Zukunftskurte im Kernhaushalt fällt jetzt schon das zweite Jahr.
00:06:37: Das ist im Grunde nach zwei, drei und zwanzig hat es angefangen.
00:06:40: Vierundzwanzig-Zwanzig war hier der erste Haushalt nach der Grundgesetzendung.
00:06:45: und jetzt passieren zwei Sachen.
00:06:47: Der Kernhaus halt steigt weil dort ja jetzt die Ausgaben vor allen Dingen auch für Verteidigung, Zivilschutz, Sicherheit ansteigen die nur teilweise zukunftsorientiert sind.
00:06:59: und gleichzeitig werden jetzt und da fängt dann doch das kreative Wirtschaften der Politik an.
00:07:05: Werden Infrastruktur haben zum Teil in das Sondervermögen Infrastruktur- und Klimaneutralität verschoben.
00:07:12: es gibt ja die Beispiele für die Bahn und die Straßen, das waren Dinge, die waren bisher im Kernhaushalt finanziert.
00:07:19: Werden dort jetzt nicht finanzierte?
00:07:21: Und die beiden Effekte also der Haushalt wird größer.
00:07:24: Die Gegenwartsausgaben zum Beispiel natürlich auch die soziale Ausgabe, die Zuführung zum Rentensystem steigen einfach demografiebedingt so dass die Zukunftsorientierung des Kernhaussatz durch diese kombinierten Effekten fällt.
00:07:42: trotzdem empfiehlen nur die kreditfinanzierten Ausgaben auf Zukunftsausgaben.
00:07:49: Wie ist denn dieses Verhältnis wirtschaftlich zu bewerten?
00:07:52: Das geht wirklich an den Kern der Legitimation dieser ganzen Operation-Schuldenbremsenreform, denn eigentlich war die Story ja die folgende.
00:08:00: Wir machen jetzt höhere Schulden zum Teil einmalig besondere Vermögen und die Schulden sind eine Last für die kommenden Generationen.
00:08:08: aber dafür bieten wir denen das.
00:08:12: zusätzliche Zukunftsausgaben, also nicht nur in wissenschaftlicher Infrastruktur sondern auch Erhaltung des Naturkapitals, Wissensmehrung und all das schafft die Voraussetzung dass wir auch in Zukunft gut wirtschaften können höheres Wirtschaftswachstum haben.
00:08:24: Das wiederum generiert Steuereinnahmen und die helfen uns dann mit den höheren Schulden auch fertig zu wehren.
00:08:30: Also man sieht dieses Jungtem zwischen Schulden und höheren Zukunftsausgaben ist ganz entscheidend für die ganze Legitimation.
00:08:37: und dass wir jetzt doch so ein enttäuschendes Verhältnis finden Höhe der Schulden, Kreditfinanzierung auf der einen Seite und Zukunftsaufgaben auf der anderen Seite.
00:08:46: Das lässt einen doch sorgenvoll schauen und sagt im Grunde auch intergenerativ unter Fairness Gründen Aspekten zwischen den Generationen wird eigentlich das Versprechen hier nicht ganz eingehalten.
00:08:58: Frau Raders!
00:08:58: Wenn
00:08:58: wir uns die Situation angucken in der wir in Deutschland derzeitig sind und nur auf die Begründung mit der wir diese Sondervermögen geschaffen haben dann ist es ja schon dass wir eigentlich zusätzliche Investitionen benötigen in diese Zukunftsthemen.
00:09:13: Und die sind eben nicht in dem Maße da abgebildet und das ist natürlich ein Riesenproblem, denn es ist ja schon so wir haben jetzt noch zusätzliche Mittel, wir haben auch eine höhere Zukunftsorientierung in diesen zusätzlichen Mitteln aber wir haben natürlich nochmal viel mehr Investitionsbedarf insgesamt.
00:09:29: Allein für den Klimaschutz bräuchten wir fünfzig Milliarden oder es ist ungefähr die Zeit fünfzig Millionen jährlich zusätzlich.
00:09:35: Und diese Dinge sind alle eigentlich überhaupt nicht abgebildet und auch nicht sozusagen, ich sage mal auch kommunikativ gar nicht eingeflogen.
00:09:44: Dass wir einen wahnsinnigen Bedarf haben an Investitionen in zukünftige Strukturen in Deutschland von Bildung über Klimaschutz bis dann natürlich auch teilweise in Beton und Schienen usw.. Und dieser Bedarf, der bildet sich da eben überhaupt nicht ab.
00:10:03: und das ist eigentlich das Hauptproblem was wir hier grundsätzlich sehen weil es eben auch gar keinen politischen Weg im Moment gibt, der formuliert wird dass man dahin will.
00:10:14: Ja vielleicht man fokussiert dann auf den Klimabereich ist denn hier Sie haben gesagt es reicht noch nicht aber ist hier zumindest mal ein positiver Effekt zu erkennen durch das Sondervermögen?
00:10:23: also sie setzen sich beispielsweise für eine Absicherung des Klima- und Transformationsfonds ein.
00:10:28: Wie steht es denn um den?
00:10:29: Im KTF sind Energiesubventionen auf dem Höchststand.
00:10:31: Und wie bewerten Sie dann diese Preissubvention hinsichtlich Ihrer Zukunftswirkung?
00:10:35: Das
00:10:36: sind ja sehr viele Fragen.
00:10:40: Ich fange mal an mit der letzten, nämlich diesen Preissubventionen.
00:10:44: Also grundsätzlich muss man schon unterscheiden zwischen was investiere ich eigentlich... Wirklich oder welches Geld nehme ich in die Hand, um langfristige Strukturen zu verändern und wirklich Investitionen zu machen?
00:10:55: Was nämlich in die hand um Verbrauch zu subventionieren.
00:10:58: Und was bringt mir diese Verbrauchsubvention?
00:11:02: Und da würde ich sagen es ist natürlich so dass wir hier in Krisen- und Übergangszeiten natürlich auch solche Verbraucher Unterstützung schon sinnvoll sein kann.
00:11:14: Die muss aber dann nur kistärgerichtet sein, die muss immer auch befristet sein.
00:11:18: Das kann sich nicht sozusagen festsetzen als ein langfristiger Anspruch bei den entsprechenden Unternehmen oder Menschen, die da profitieren.
00:11:28: und vor allen Dingen muss ich aber wenn ich so was tue aus unserer Sicht sehr stark eine Logik aufbauen dass es die Transformation eigentlich haben will damit fördern.
00:11:39: Das heißt also wer profitiert von solchen Preis Subventionen, der sollte eben dann auch sozusagen einen Plan vorlegen können wie sozusagen sein Unternehmen da langfristig die Transition vorantreiben wird.
00:11:54: Sollte klare Klimaziele setzen oder soll das ein Monitoring für geben?
00:11:58: Also beispielsweise beim Industriestrompreis.
00:12:01: eine reine Verbrauchsubvention ohne irgendeinen Transitionsanspruch ist an der Stelle natürlich dann im Prinzip versunkenes Geld für sozusagen die Zukunftsinvestition.
00:12:15: Der WWF fordert ja unter anderem, die Zusätzlichkeit der Mittel aus dem Sondervermögen noch besser abzusichern und den Klima- und Transformationsfonds damit zu stärken.
00:12:24: Wie könnte denn sichergestellt werden das neue Mittel tatsächlich zusätzliche Investitionen finanzieren?
00:12:29: Genau, also erstmal muss man natürlich klar sehen dass wir diese Abgrenzung brauchen die wir gerade nicht haben.
00:12:34: Also wir haben dann von Beräuschung geredet das sich Dinge natürlich verschoben haben.
00:12:38: Mittel aus dem Sondervermögen ersetzen sozusagen reguliere Haushaltsausgaben Das müsste natürlich ganz ganz klar sozusagen dargestellt sein.
00:12:47: ist es nicht passiert?
00:12:48: das ist natürlich auch in der aktuellen Debatte um Niffel, die aus dem KTF abgezogen werden.
00:12:55: In den regulären Haushalt genauer der springenden Punkt und zeigt eben sehr deutlich, warum die Zusätzlichkeit so wichtig ist.
00:13:02: Um dies darzustellen diese zusätzlichkeit braucht natürlich eine Transparenz des Haushalts.
00:13:09: Ich brauche eine transparente Berichterstattung und Monitoring das wirklich auch nachvollziehbar wird ohne dass man sich sozusagen beruflich daran beschäftigt Wie viele zusätzliche Investitionen eigentlich tatsächlich ausgelöst wurden?
00:13:23: Und wenn ich jetzt also Mittel abziehe, aus dem Emissionshandel aus dem KTF.
00:13:28: Also wir sind ja in den aktuellen Haushalt übertransferiert worden.
00:13:36: Da besteht natürlich die Gefahr, dass wir einfach Finanzlücken schließen statt... Die für Transformationen bedachten Gelder, die jetzt definitiv aus dem Emissionshandel müssen ja eigentlich alle Mittel in den Klimaschutz fiesen.
00:13:49: Wenn ich das jetzt in den regulären Haushalt drüber schiebe, dann kann ich es oftmals gar nicht mehr gewährleisten.
00:13:54: Dafür ist der KTF ursprünglich beschaffen worden.
00:13:56: und genau das sicherzustellen, dass bitte aus dem Immissionshandeln tatsächlich in einem besonderten Topf sind der dann sozusagen nur für bestimmte Zwecke benutzt wird.
00:14:07: Und wir sehen das auch gerade, da haben wir jetzt ja eine akut Hitzellage gehabt in Deutschland.
00:14:12: Jetzt haben wir gerade wieder angenehmes Wetter aber es ist trotzdem insgesamt sehr viel heißer als noch in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten und wir sehen eigentlich keine... um beispielsweise auch Mittel zur Klimaanpassung jetzt aufwachsen zu lassen oder so, was eigentlich ein Riesenproblem ist.
00:14:29: Und hier ist eigentlich klar wir brauchen eine andere Verantwortlichkeit in der Mittelaufteiligung.
00:14:34: diese ganzen Fragen können wir eigentlich auch sehr schwer nur sehen durch die ganze Verschiebepalmhilfe.
00:14:40: Wie viel steht das eigentlich zur Verfügung?
00:14:42: Was kann der Bund den Ländern und den Kommunen unterstützen zum Beispiel bei der Bekämpfung von Hitze oder bei der Anpassung an Hitze in den Städten und in den Kommunen, das alles ist sehr schwer nur zu sehen.
00:14:58: Und deshalb ist es irgendwie... Es ist sehr klar eigentlich dass diese Zusätzlichkeit die wir brauchen, die muss nachgaben, abweisbar sein, die müssen transparent sein und wir brauchen da auch eine Glaubwürdigkeit.
00:15:10: Denn nur wenn sozusagen sowohl Unternehmen als auch Kommunen als auch alle mit diesen Mitteln arbeiten, auch sicher sein können sozial langfristig verlässlich ist, dann kann man natürlich auch sozusagen in Richtung Zukunftsinvestitionen viel stärker denken als wenn wir sozusagen um jeden Jahr neu vor der Überraschung stehen.
00:15:32: Was wird uns der Wirtschaftsplan des Klimatransformationsfonds bescheren?
00:15:36: Was wird unsere neue Haushalt bescheren und welche Verschiedebahnhilfen werden jetzt
00:15:40: wieder neu
00:15:41: aufgemacht?".
00:15:42: Die abschließende Frage jetzt auch für unsere Runde hier, an Sie beide.
00:15:46: Was müsste sich denn bereits bei der Aufstellung des Bundeshaushalts in den Jahr- und Zwanzig ändern?
00:15:50: Damit die hohe Zukunftsquote nicht nur ein vorübergehender Effekt oder das Strohfeuer wie wir vorhin gehört haben bleibt sondern eben der Effekt gewährleistet ist?
00:15:59: später
00:16:00: Ich muss fairerweise doch eines mal sagen Wir haben gerechnet für den Zwei-Fünftzwanziger Haushalt.
00:16:05: Das heißt, diese durchmischte Botschaft rückgang im Kernhaushalt.
00:16:10: Da könnte sich die Bundesregierung jetzt noch Verteidigung sagen.
00:16:12: das war halt das Übergangsproblem.
00:16:15: Der Haushalt ist erst im Oktober final in Kraft getreten als Geld konnte er gar nicht an die Länder fließen und so weiter.
00:16:21: wir rechnen gerade in diesen Tagen mit Hochdruck an den sechsten zwanziger Zahlen.
00:16:24: die werden beim Herbst publizieren und dass wird dann sehr spannend zu sehen ob sich dieser Trend also sinkende Zukunftsquote im Kern haushalt fortsetzt oder einsetzt.
00:16:36: Und da, ich glaube das ist jetzt entscheidend.
00:16:38: also deine Frage was muss sich jetzt ändern für die zukünftigen Haushalte?
00:16:43: Man muss natürlich auch dann arbeiten im Kernhaushalt wieder Luft zum Atmen zu erarbeiten.
00:16:50: und auch da ich möchte nicht immer nur Regierungsbashing betreiben.
00:16:53: Die Bundesregierung ist ja nicht untätig.
00:16:54: es gibt jetzt ein großes Reformpaket, es gibt die Rentenreform.
00:16:59: Die ja nun auch ein fiskales Ziel verfolgt nämlich irgendwo die Zuführungen aus dem Bundeshaushalt an das Rennensystem jetzt nicht abzusenken aber nicht mehr so schnell wachsen zu lassen.
00:17:10: Das sind alles ungeheuer wichtige Reformen Auch dafür dass man im Kernhaushall in kommenden Jahren mal wieder etwas Luft bekommen für die Ausgaben wie Klimaschutz Bildung, wie Forschung und Entwicklung.
00:17:23: Das ist also ganz entscheidend.
00:17:25: der zweite Punkt da möchte ich auch einen Punkt von Fahrradarzt verstärken das ist jetzt dieses Monitoring des Ganzen der ganzen Reformen des Sondervermögens.
00:17:34: Auch da gibt es ein paar hoffungsvolle Zeichen.
00:17:37: Also es gibt jetzt so ein Monitor, so ein Ziel und wirkungsorientiertes Monitor in den Sonder Vermögens wo man auch mal überprüfen will mit Indikatoren werden die Ziele eigentlich erreicht, denn es reicht ja auch nicht dem Klimaschutz oder der Bildungspolitik wenn einfach Milliarden ausgegeben wird.
00:17:55: Es ist ja auch wichtig dass dieses Geld wirksam ausgegeben wird und auch das muss die Bundesregierung leisten neben der klaren Zusätzlichkeit Absicherung, dass das Geld was dann fließt auch seine Ziele erreicht auf eine vernünftige und effiziente Art erweist.
00:18:09: Das ist super wichtig, aber da muss man sagen, da bewegt sich momentan auch einiges und dann kann die Bundesregierung die Verwaltung nur ermuntern diesen Weg weiterzugehen also wirklich wirkungsorientiert das zu überprüfen.
00:18:20: Ja Frau Radatz?
00:18:22: Genau!
00:18:22: Wir haben es schon gesagt, ich glaube es ist langfristig entscheidend die Zukunftsinvestition stärker in den Kernhaushalt zu verankern und trotzdem mit einer langfristigen Zuverlässigkeit.
00:18:34: Aus unserer Sicht extrem wichtig ist natürlich auch Herr Heinrich das Wort gesagt, wir brauchen natürlich auch Spielraum.
00:18:40: Natürlich gibt es da jetzt auch Bemühungen und Spielrahmen zu schaffen.
00:18:44: Ein weiterer Weg den Spielraum zu schaffen wäre natürlich ein konsequenter Blick auf die Klima- und unverschädlichen Subventionen die natürlich auch noch im Haushalt überall stecken.
00:18:56: Das ist ein Dauerbrenner, hier haben wir ca.
00:18:59: um sechzig Milliarden Euro im Jahr, die in verschiedensten Mechanismen stecken, die man zumindest in Teilen auch um widmen könnte in zukunftsorientierte Ausgaben, die jetzt aber momentan im Prinzip den Verbrauch von Öl und Gas vor allen Dingen auch fördern.
00:19:16: Ein weiterer dritter sehr wichtiger Punkt aus unserer Sicht Der Haushalt bildet natürlich auch ab, wie Deutschland sich international engagiert in Krisen und Konflikten.
00:19:28: Und das ist natürlich etwas was es auch gilt möglichst sozusagen unsere Mittel dafür gut einzusetzen.
00:19:35: Das heißt aus unserer Sicht bedürfen auch internationale Klima- und Entwicklungsfinanzierung auf keinen Fall weiter kürzen, was derzeit natürlich im Haushaltsportfolio auch drin ist uns aber langfristig vor anderer Herausforderung stellt, dass sehr gut investiertes Geld.
00:19:53: aus unserer Sicht muss auch weiter so beibehalten werden.
00:19:58: Und der letzte Punkt ist natürlich genau diese Transparenz ist Monitorings dann im Endeffekt auch braucht, um klarzustellen.
00:20:06: Wie kann man es eigentlich langfristig verankern?
00:20:08: Kann sich der Bund beispielsweise... Und das sind Diskussionen die wir brauchen, Ziele oder Mindestniveaus für solche Zukunftsausgaben setzen und für die Verankerungen im Haushalt.
00:20:17: Und dann würde sozusagen Zukunftsvorsorge eben langfristiger nicht von einzelnen Sondertöpfen abhängen sondern klares Bild im Haushalte ergeben.
00:20:26: Super!
00:20:27: Liebe Frau Raders lieber Friedrich vielen Dank für Ihre Zeit.
00:20:29: Gerne
00:20:30: Ja, sehr gerne.
00:20:31: Und auch vielen Dank an euch fürs Zuhören!
00:20:33: Das war der ZDW-Podcast zur Zukunftswote mit Prof.
00:20:36: Dr.
00:20:37: Friedrich Heinemann, Leiter des ZDF Forschungsbereichs Unternehmensbesteuerung und öffentliche Finanzwirtschaft und Viviane Radatz, Leiterin des Bereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland.
00:20:48: Weitere Informationen findet ihr auf unserer Webseite www.zdw.de in den Schaunotes oder auf unseren Social Media Kanälen.
00:20:55: Mein Name ist Fabian Oppel.
00:20:57: Herzlichen Dank für das Interesse.
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