Wie viele Jobs kostete der US-Truppenabzug?
Shownotes
Nach dem Ende des Kalten Krieges zogen die USA innerhalb weniger Jahre rund 200.000 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland ab. Eine gemeinsame Studie des ZEW Mannheim und der Universität zu Köln zeigt, dass dies für die betroffenen Regionen erhebliche und langfristige wirtschaftliche Folgen hatte. Für jeden abgezogenen US-Soldaten beziehungsweise jede abgezogene US-Soldatin ging im Umfeld des jeweiligen Standorts rechnerisch eine halbe Vollzeitstelle verloren. Auch regionale Unternehmen und kommunale Haushalte waren stark betroffen. Im neuen ZEW-Podcast „Wirklich Wirtschaft“ sprechen die Studienautoren Jakob Schmidhäuser und Johannes Kochems über die Folgen für Beschäftigung, Löhne und öffentliche Finanzen sowie über die Lehren für den aktuell angekündigten Abbau von US-Truppen in Deutschland.
Link zur Studie: https://www.zew.de/fileadmin/FTP/dp/dp26023.pdf
Link zur Pressemitteilung: https://www.zew.de/PM10473
Weitere Studien
Kline Moretti 2014: https://academic.oup.com/qje/article-abstract/129/1/275/1899702?redirectedFrom=fulltext
Siegloch et al 2025: https://www.aeaweb.org/articles?id=10.1257/pol.20220667
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00:00:08: Die USA haben mitgeteilt, ihre Truppenstärke in Deutschland um fünftausend Soldatinnen und Soldaten reduzieren zu wollen.
00:00:29: Das hat vor einigen Wochen für einige Aufregung gesorgt aber welche wirtschaftlichen Folgen könnte ein solcher Abzug wie die betroffenen Regionen haben?
00:00:37: Antworten liefert einen Blick in die Vergangenheit.
00:00:40: Nach dem Ende des Kalten Krieges zogen die USA innerhalb weniger Jahre rund zweihunderttausend Angehörige ihrer Streitkräfte aus Deutschland ab.
00:00:48: Eine gemeinsame Studie des ZDW Mannheim und der Universität zu Köln zeigt, dass dieser Truppenabzug wirtschaftlich langfristig gefolgen hatte.
00:00:57: Die Studie habe ich euch in den Shownauts verlinkt und ich freue mich sehr das sich heute mit den beiden Studienartoren genau darüber sprechen kann.
00:01:04: Zum einen ist das Jakob Schmiedhäuser.
00:01:06: Er ist Wissenschaftler in der ZEW Forschungsgruppe Ungleichheit und Verteilungspolitik.
00:01:10: Und sitzt mir gegenüber.
00:01:12: Zum anderen ist das Johannes Kochhems, er forscht im Exzellenzklaster Accon Tribute an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln – und ist uns digital zugeschaltet!
00:01:23: Hallo ihr beiden, schön dass ihr da seid.
00:01:24: Hallo, danke, dass wir da sein dürfen.
00:01:26: Hi.
00:01:28: Mein Name ist Fabian Oppel.
00:01:29: Herzlich willkommen zur ZE W Wirklichwirtschaft.
00:01:33: Fangen wir mal ganz vorne an.
00:01:34: Jakob, was ist denn in den Rundhundert und neunzeigern passiert?
00:01:37: Mit dem Ende des Kalten Kriegs gab es diesen abrupten geopolitischen Schiff und dadurch war die hohe US-Truppenpräsenz in Deutschland, die bis dahin im gerechtfertigt war mit dem eintretenden Frieden nicht mehr nötig Und die USA haben dann ab einem Zeitraum von ungefähr fünf Jahren, zweihunderttausend Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland abgezogen.
00:01:59: Das entspricht achtzig Prozent der gesamten
00:02:01: Truppenstärke,
00:02:02: die in Deutschland bis dahin stationiert war.
00:02:05: Ja!
00:02:05: Wir interessieren uns für die ökonomischen Auswirkungen dieser Truppenabzüge – insbesondere Arbeitsmarkteffekte wie auch die Gemeindefinanzen betroffen waren.
00:02:14: Und was wir unterm Strich sehen, ist dass pro abgezogenen US-Soldat eine halbe Vollzeitstelle in der regionalen Wirtschaft verloren geht.
00:02:25: Das ist ganz schön viel!
00:02:27: Johannes, was sind denn so insgesamt die Kernergebnisse?
00:02:29: Wir haben es natürlich schon die halben Vollzerstelle gehört aber das war ja quasi nur eine Zahl.
00:02:33: Genau also wir sehen in unserer Studie, dass der Abzug der US-Truppen zu regional zu niedertiven Wirtschaftsschocks führten.
00:02:42: Zu einem sind die Arbeitsmärkte betroffen Also die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten beispielsweise sinkt um rund sieben Prozent in den Betroffenen-Kommunien.
00:02:50: Interessant ist hier, dass die zivilen Angestellte auf den Stützpunkten selbst dabei den geringeren Anteil ausmachen.
00:02:57: Über sechzig Prozent der abgebauten Arbeitsstellen sind nicht auf den Schutzpunkten sondern in den lokalen Unternehmen und um die Militärstützpunkt.
00:03:07: Zum anderen sinken auch die kommunalen Einnahmen der betroffenen Gemeinden.
00:03:11: Wir zeigen, dass die Gemeinde reagieren indem sie die öffentlichen Ausgaben kürzen.
00:03:16: Okay also das sind alles schon mal Punkte.
00:03:18: da werden wir jetzt auch im Laufe des Gesprächs versuchen einzeln darauf einzugehen.
00:03:22: Jakob wie habt ihr denn das herausgefunden?
00:03:25: Um solche Analysen rechnen zu können braucht man natürlich eine sehr gute Datengrundlage und wir haben dazu zum einen Daten des US-Verteidigungsministeriums die sogenannten Base Structure Reports auf dem Level der militärischen Einrichtung zur Truppenstärke in Deutschland.
00:03:44: Und diese Datensätze haben wir von, neunzehntneinzig bis zweitausend selbst digitalisiert.
00:03:51: und was wir dann noch machen um diese Daten auf Gemeindeebene aggregieren zu können ist dass wir den exakten Standort jeder militärische Einrichtungen recherchieren.
00:04:00: das heißt wir haben praktisch die Geolokation dieser Militärstandorte uns.
00:04:05: so können wir dann auf Gemeindebene ganz genau sagen wie viele Truppen Deutschland in diesem Zeitraum verlassen haben.
00:04:11: Und dann haben wir auf der anderen Seite die Ergebnisvariablen und da nutzen wir einmal für die Arbeitsmarktanalysen, die administrativen Arbeitsmarktaten des IAB also Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg.
00:04:24: Und auf der andern Seite haben wir kommunale Finanzdaten aus Baden-Württemberg Bayern und Hessen.
00:04:32: Auf dieser Datengrundlage schätzen wir dann die wirtschaftlichen Effekte des Truppenabzugs auf der Gemeindeebene.
00:04:37: Und man kann vielleicht nochmal sagen, dass wir wirklich mit diesen US-Militärdaten sehr viel Glück haben weil es nicht selbstverständlich ist das man einen Datensatz hat, der so detailliert zu fein aufgegliedert auf Militärbasislevel die Anzahl der Truppen quantifiziert.
00:04:53: Ja
00:04:53: cool!
00:04:53: Vielleicht noch als Hinweis also Baden-Württemberg bei an Hessen.
00:04:56: deswegen?
00:04:56: Weil das die Bundesländer sind in den US Stützpunkte waren oder sind.
00:05:00: genau in Rheinland-Pfalz gibt es auch noch US, oder gab es damals auch relativ viele US-Truppen.
00:05:05: Aber hier gibt die Datengrundlage das nicht her.
00:05:08: also wir können nur diese drei Bundesländer analysieren aber dort waren auch sehr viele Truppen stationiert.
00:05:13: Okay Johannes welche Folgen hatte denn der Truppenabzug für die Menschen die ihre Jobs verloren haben?
00:05:18: Wir haben gerade eben schon zum Einstieg gehört eine halbe Vollzeitstelle pro abgezogenes Mitglied dieser US-Armee
00:05:23: Genau!
00:05:24: Also die bisher genannten Ergebnisse von Jakob und mir sind alle auf der Gemeinde.
00:05:28: eben was uns diese Daten, die Jakob genannt hat vom IAB ermöglichen ist dass wir auch eine Analyse auf der Individuale Ebene machen.
00:05:36: Was wir dort schauen ist, wir betrachten die Arbeitsmarktverläufe von Angestellten, die direkt auf den geschlossenen US-Stützpunkten tätig waren und auch hier finden wir sehr stark negative Effekte, die bis heute messbar sind in den Daten.
00:05:53: Wir zeigen das wer im Zuge einer US-Kaserne schließt und den Arbeitsplatz verlor selbst fünfzehn Jahre später noch niedrigere Beschäftigungschancen hat.
00:06:02: Darüber hinaus sind auch die Löhne deutlich niedriger, so finden wir das halt etwa neun Komma zwei Prozent niedrigare Löhnen für die entlassenen Leute als bei vergleichbaren Beschäftigten.
00:06:14: Besonders stark betroffen sind Frauen, ältere Beschäftige und Menschen in Regionen mit ohnehin schwächeren Arbeitsmärkten.
00:06:21: Die Ergebnisse unserer Studie also diese anhaltenden negativen Auswirkungen auf der individuellen Ebene sind sehr ähnlich zu den Ergebnissen von anderen Studien.
00:06:31: Diese anderen Studien gucken sich Arbeitsmarktverläufer vom Beschäftigten an, die von der Schließung großer Betriebe also nicht Stützpunkte sondern über welche Industriebetriebe beispielsweise betroffen
00:06:40: sind.".
00:06:42: Das sind natürlich massive Auswirkungen auf einzelne Personen.
00:06:45: wir haben jetzt aber auch schon die regionale Ebene gehört.
00:06:49: Jakob wie sah es denn bei den Haushalten für die Betroffenen Kommunen aus?
00:06:52: Also wie stark waren sie denn davon betroffen?
00:06:56: Ja, das ist eine interessante Frage wie sich jetzt diese Arbeitsmarkteffekte von den Johannes gesprochen hat auf die kommunalen Haushalte ausgewirkt hat.
00:07:04: Weil diese Stützpunkte natürlich jahrzehntelang für regionale Jobs und Konsumnachfrage gesorgt haben.
00:07:10: Das heißt einfach regional sehr wichtige Wirtschaftsfaktoren waren.
00:07:13: Und was wir sehen ist dass der Abzug langanhaltende negative Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalten hatte.
00:07:22: besonders stark betroffen sind, tatsächlich die Gemeinden in denen der Abzug stattgefunden hat.
00:07:26: Das heißt, in denen die militärische Einrichtung war und wo dann Soldaten abgezogen wurden.
00:07:32: Aber wir sehen auch das Nachbargemeinten betroffen von dem Abzug und dass die Effekte im Radius von fünfzehn Kilometern noch sichtbar sind.
00:07:44: Und was wir jetzt speziell sehen ist, dass es Einnahmerückgänge gibt,
00:07:48: d.h.,
00:07:48: in den Gemeindehaushalten gehen die Einnahmen zurück um ungefähr neun Prozent.
00:07:53: Und, um ihre Budgets auszugleichen müssen diese Gemeinden dann einerseits mal ihre Ausgaben kürzen und das tun sie in einer ähnlichen Größenordnung wie wir ein Einnahmerückgang sehen.
00:08:04: Das heißt man kann sich das so vorstellen auch wenn ihr das jetzt nicht explizit aufschlüsseln in unserer Studie dass dadurch Investitionen in Infrastruktur oder Betreuungsangebote in diesen Gemeinden leiden weil die Ausgabe eben sinken.
00:08:17: Was wir außerdem noch sehen ist, dass diese Gemeinden auch mit ihren Hebesätzen reagieren.
00:08:21: Also sie erhöhen die Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer.
00:08:25: Da sind deutsche Gemeinden ja frei, die Hebe-Sätze zu setzen für Grundsteuer- und Gewerbesteuern.
00:08:30: Und das bedeutet, dass eben auch die Einwohner einen Teil der Zeche zahlen müssen.
00:08:35: Das heißt ein Teil dieses Einnahmerückgangs auffangen müssen über erhöhte Steuern .
00:08:40: Und was wir auch sehen ist ,dass diese Effekte sehr langanhaltend sind.
00:08:43: also bis heute sehen wir die dann allerdings etwas schwächer ausfallen, also nur noch bei minus drei Prozent liegen.
00:08:51: Also langfristig waren dann drei Prozent weniger Budget zur Verfügung?
00:08:55: Genau!
00:08:56: Wir haben gerade eben schon gehört dass Regionen mit schwächeren Arbeitsmärkten stärker betroffen waren als andere Regionen.
00:09:02: ähnlich ist es auch mit den fiskalischen Bedingungen.
00:09:04: Also Regionen die ohnehin schlechtere fiskale Bedingung haben waren hier besonders stark betroffen.
00:09:10: Johannes was seht ihr denn hier?
00:09:12: Genau, also im Rahmen unseres Papiers führen wir einige Subgruppenanalysen durch.
00:09:16: So unterteilen wir beispielsweise unsere Gemeinden in solchen mit niedrigen Schulden pro Kopf und solche mit etwas höheren Schulden per Kopf.
00:09:24: Wir sehen in den empirischen Schätzungen das Gemeinden mit höheren Schulen insgesamt stärker betroffen sind.
00:09:30: Das bedeutet im Endeffekt ist die negativen Effekte auf die lokalen Arbeitsmärkte aber auch auf die öffentliche Einnahmen und Ausgaben sind dort stärker ausgeprägt Und das auch langfristig.
00:09:42: Ähnliches sehen wir übrigens auch, wenn wir die Gemeinde nach der Einwohnerzahl aufteilen.
00:09:47: So sehen wird es oftmals die kleinen eher ländlichen Gemeinden stärker durch US-Truppenabzüge betroffen sind.
00:09:55: Das ist insbesondere interessant, wenn man über die aktuelle Truppenabzugdebatte nachdenkt weil dort in der Oberpfalz beispielsweise ein kleines ländliche Gemeinden, die betroffen sind oder vielleicht diese subgruppenanalyse relevanter
00:10:10: ist für die
00:10:11: aktuelle
00:10:11: Debatte.
00:10:12: Ja auf die aktielle Debatte kommen wir auf jeden Fall auch noch zu sprechen.
00:10:15: also wir haben jetzt gerade wirklich sehr viele negative Folgen gehört und darüber gesprochen.
00:10:20: das wäre meine Frage heißt es dann dass US-Stützpunkte mit allen Mitteln mehr oder weniger erhalten bleiben sollten allein schon wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung?
00:10:30: ich frag mal Jakob
00:10:32: Da kann man sagen, dass das nicht der Fall ist.
00:10:35: Und in erster Linie liegt es daran, dass natürlich bei Entscheidungen zu Truppenstationierungen erst der Linie mal geopolitische Überlegungen relevant sind und die analysieren wir in der Studie nicht.
00:10:46: Wir gucken uns nur die ökonomischen Konsequenzen an.
00:10:49: Aber auch wenn man jetzt eine ökonomische Perspektive nimmt, sind diese Stützpunkte als lokales Wirtschaftsprogramm – wenn man sie so sehen möchte ein sehr ineffizientes Wirtschafts-Programm.
00:11:01: Das heißt, andere Forschungsarbeiten zeigen einfach, dass es wesentlich effizientere Methoden gibt um beispielsweise Arbeitsplätze zu schaffen.
00:11:08: Es gibt zum Beispiel eine Studie für Ostdeutschland die zeigt das finanzielle Unterstützung von Firmeninvestitionen bei deutlich niedrigeren Kosten gleich viele Arbeitsplätzen schafft.
00:11:19: Das ist von Sebastian Siegloch und anderen Autoren.
00:11:22: Gibt aber auch Literatur im internationalen Kontext die zeigt, dass große Infrastrukturprojekte sehr positive Effekte haben können auf Arbeitsplätze Und insgesamt.
00:11:32: auch in dieser Literatur werden Investitionen oder Subventionierungen von Forschung und Entwicklung generell als positiv gesehen, weil die sogenannte Spillovers haben.
00:11:43: Das heißt auch in anderen Industrien zusätzliche Arbeitsplätze schaffen also insbesondere Hightech-Jobs schaffen dann in anderen Industrien weitere Jobs und solche Wirtschaftsprogramme wären dann wesentlich effizienter.
00:11:55: Die gerade angesprochenen Studienwenden war so weit möglich oder zumindest ein paar davon auch in den Shownotes verlinken.
00:12:01: Also da könnt ihr auch nochmal reinklicken, wenn ihr das möchtet.
00:12:03: Johannes, wir hatten ja grade eben auch schon mal die aktuelle Lage angesprochen.
00:12:06: Was ist denn die wichtigste wirtschaftspolitische Lehre, die man so aus eurer Studie jetzt ziehen kann?
00:12:13: Zunächst lässt sich eine Erkenntnis bezüglich der kommunalen Finanzausgleiche gewinnen.
00:12:18: In einigen Bundesländern rechnen heute im kommunalen Finanzausgleich immer noch einen Teil der ausländischen Truppen zu der Einwohnerzahl der Kommune hinzu, wodurch die Bedarfsmesszahl also auch die Schlüsselzuweisung dieser Gemeinde steigen.
00:12:32: Das heißt im Endeffekt dass diese Gemeinden mehr Geld bekommen über den kommunalen Finanzausgleich weil dort eben Truppenstationärzte.
00:12:39: Das heisst aber auch das von einem fiskalen Standpunkt aus diese Truppen als zusätzliche Belastung gewertet werden.
00:12:47: Unsere Studie zeigt allerdings genau das Gegenteil.
00:12:50: wir sehen, Klar, wirtschaftlich als auch fiskal positive Effekte auf die Gemeinden haben.
00:12:58: Die Ausgestaltung wie sie aktuell in manchen Bundesländern ist bedeutet außerdem bei einem Abzug der US-Truppen aus der Gemeinde sind diese Kommunen doppelt getroffen.
00:13:08: Einerseits durch den bereits beschriebenen negativen Wirtschaftsschock auf die lokalen Arbeitsmärkte, die kommunalen Einnahmen ausgaben aber andererseits eben auch dieser direkte Rückgang der Schlüsselzuweisung also dieser Channel quasi über den kommunalen Finanzausgleich.
00:13:22: Es würde daher aus unserer Sicht gegebenenfalls Sinn machen, dass andere Bundesländer den Beispiel von Hessen folgen.
00:13:28: Wo ausländische Truppen heutzutage nicht mehr direkt in den kommunalen Finanzausgleich mit einfließen.
00:13:34: Unabhängig davon, also unabhängige vom kommunalen Finanzausgleich gibt es aktuell auch weitere sinnvolle Überlegungen.
00:13:41: Es wird aktuell zum Beispiel diskutiert ob diese beschlossenen Stützpunkte, diese geschlossene US-Stützpunkte nicht einfach von der Bundeswehr nach genutzt werden können.
00:13:50: Diese Maßnahmen sind Insbesondere interessant, wenn man die Liegenschaftsprobleme der Bundeswehr im Rahmen der geplanten Aufstockung der deutschen Truppen mit berücksichtigt.
00:13:59: Das ist superinteressant!
00:14:01: Wir kommen aber auch langsam leider schon zum Ende.
00:14:02: deshalb schon mal zum Abschluss meiner Frage an euch beide Wie schätzt ihr denn vor diesem Hintergrund den wir gerade eben aufgerollt haben?
00:14:08: Die neuerlich angekündigten Truppenabzüge von fünf tausend US-Soldatinnen und Soldaten in Deutschland ein.
00:14:15: Noch einmal generell zur Einordnung – wir haben es schon drüber gesprochen Aber die historischen Truppenabzüge, die wir uns angucken umfassen eben einen Abzug von zweihunderttausend Soldatinnen und Soldaten was im Vergleich zu den fünf tausend, die aktuell diskutiert werden doch deutlich höher ist.
00:14:31: Und das bedeutet für den aktuell diskutierten Abzug dass die erwartbaren gesamtwirtschaftlichen Effekte sehr gering sein werden.
00:14:39: Was unsere Studie aber zeigen, das haben jetzt auch schon ausführlich diskutiert, ist dass die lokalen Effekten trotzdem sehr stark ausfallen können insbesondere der Fall, wenn ein relativ großer Abzug eine eher kleine Gemeinde betrifft.
00:14:53: Das ist jetzt zum Beispiel im Fall von Wilsek wo ja der Abzug diskutiert wird durchaus problematisch sein kann und deswegen ist es sicher eine Lehre aus unserer Studie dass man diesen Gemeinden finanziell helfen kann zb über Bedarfszuweisungen in kommunalen Finanzausgleichen.
00:15:10: Genau und darüber hinaus vielleicht ergänzend ist auch sehr wichtig politisch regional Vorsorge zu betreiben konkrete Pläne für den Fall eines Abzugs zu treffen, um schnell reagieren zu können.
00:15:21: Beispielsweise jetzt bereits abzuklären wie die Nachnutzung dieser US-Stützpunkte aussehen könnte.
00:15:27: Positive Beispiele gibt es in Mannheim oder in Heidelberg, die zeigen dass US-Truppmarktzüge auch eine Chance sein können.
00:15:34: In beiden Städten wurden die ehemaligen USA-Megelände im hochwertigen und sehr stattnahen
00:15:40: Wohnraum ungewöhnelt?
00:15:41: Ja das ist sehr interessant vor allem auch die Perspektive damit nicht zu Ende ist, sondern dass es auch anders weitergehen kann.
00:15:46: Das ist echt spannend!
00:15:48: Lieber Jakob, lieber Johannes, ich danke euch sehr für die Zeit und das ihr uns diese Einblick in eure Forschung gegeben habt.
00:15:54: Sehr gerne und auch vielen Dank von unserer Seite.
00:15:56: Ja,
00:15:56: vielen Dank auch von mir... Und
00:15:57: auch vielen dank an alle Zuhörerinnen und Zuhöhrer.
00:15:59: Das war der ZDW Podcast zu den wirtschaftlichen Folgen des US-Truppenabzugs in den Neunzehntenhundert neunzigern mit Jakob Schmiedhäuser vom ZDH und Johannes Kochhelms von der Universität zu Köln.
00:16:09: Die Studie, wie gesagt haben wir euch in den Schau-Nords verlinkt.
00:16:12: Auch die weiteren angesprochenen Studien findet ihr dort.
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00:16:24: Mein Name ist Fabian Ottel, herzlichen Dank für das Interesse.
00:16:27: macht's gut!
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